Schwarz-Rot-Bunt: Ein Fest der Kulturen
DAS DFB-TEAM ALS SPIEGELBILD UND VORREITER VON WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
von Daniel Mack & Dieter Janecek
Für einige hat die Fußball-Nationalmannschaft heute immer noch etwas Bedenkliches. Fußball und dumpfer rechter Nationalismus gepaart mit männerbündischen Strukturen und Fremdenfeindlichkeit – das ist ein Phänomen, das längst nicht komplett ausgeräumt ist und vom Bolzplatz bis zur Bundesliga noch intensiver Prävention und Aufklärungsarbeit bedarf. Gerade deshalb ist es aber eine positive Entwicklung, wenn die überwältigende Mehrheit unserer Gesellschaft durch ihre weltoffene und unbefangene Freude an dem gemeinsamen Mega-Erlebnis einer Fußball-WM das vermeintliche Kräftemessen der Nationen in das umdeutet, was es längst ist: ein globales Fest der Kulturen mit einer geballten Vielfalt, die in dieser bildwirksamen Form einmalig ist. Eine Männer-WM, die auch ein Vorgeschmack auf die Frauen-Fußball-WM 2011 ist, dann wieder in unserem Land.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist das Abbild einer modernen weltoffenen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Unsere Spieler haben Wurzeln in Nigeria, Tunesien oder Ghana, sind in Polen, Bosnien oder Brasilien geboren, oder hätten ebenso für die Türkei oder Spanien auflaufen dürfen, haben sich aber für Deutschland entschieden. Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist zu einem Team geworden, wie es sich bei bei jeder Pause einem Schulhof in Deutschland zusammenfindet: eine bunte Mannschaft mit viel Spaß. Was zählt ist auf dem Platz!
Nicht zuletzt durch die in Polen geborenen Miroslav Klose und Lukas Podolski spielte die DFB-Elf vor 4 Jahren den attraktivsten und einen erfolgreichen Fußball bei der Weltmeisterschaft in Deutschland. In Südafrika sind beide wieder dabei. Während es bei der EM 2008 sieben Spieler waren, haben sogar 11 Spieler im 23-köpfigen Multi-Kulti-Kader von Bundestrainer Joachim Löw für die WM in Südafrika einen Migrationshintergrund. In der aktuellen DFB-Elf ist der Anteil der Migranten mit 47 Prozent doppelt so hoch wie in der Bevölkerung mit knapp 25 Prozent. In Deutschland leben viele Migrantinnen und Migranten sowie Zugewanderte, die sich durchgesetzt und integriert haben – so ist das auch in der Fussballnationalmannschaft. Migranten, ein kompliziertes Wort für eine sehr unkomplizierte Generation von jungen Fußballern, deren Herkunft oder Abstammung untereinander und auf dem Platz überhaupt keine Rolle mehr spielt. Serdar Tasci und Mesut Özil haben einen familiären Bezug zur Türkei. Dennis Aogo hat nigerianische, Sami Khedira tunesische, Jerome Boateng ghanaische und Mario Gomez spanische Wurzeln. Piotr Trochowski wurde in Polen geboren, Cacau in Brasilien und Marko Marin in Bosnien.
Es ist möglich und schön, dass sich Integration gesellschaftlich, wirtschaftlich und sportlich lohnt. Das schwarz-rot-bunte Team bringt durch das authentisches Auftreten, die tolle Spielweise und die multinationalen Wurzeln auch viele MigrantInnen in Deutschland mit türkischem (Tasci, Özil), polnischem (Trochowski, Klose, Podolski) oder tunesischem (Khedira) Hintergrund dazu, das DFB-Team anzufeuern und die Spiele zu feiern oder gemeinsam mit vielen Anderen um das Erreichen der nächsten Runde zu bangen.
Es muss das Ziel sein, dass sich mehr Zugewanderte für eine Einbürgerung
entscheiden, weil sie sich mit dieser Gesellschaft und diesem Staat identifizieren. Der Fußball macht vor, was Wirtschaft, Politik und Wissenschaft noch vor sich haben: Sie müssen Blockaden aufbrechen und Türen für Migranten öffnen – auch in den oberen Etagen und Spitzenpositionen. Ob Sprachkenntnisse, Kreativität, soziale Kompetenz oder Risikobereitschaft: Wirtschaft und Gesellschaft ignorieren noch viel zu häufig die Potenziale von Migrantinnen und Migranten.
Daniel Mack (Kreistagsabgeordneter Main-Kinzig)
Dieter Janecek (KV München)
Priska Hinz, MdB (KV Lahn-Dill)
Sarah Sorge, MdL (KV Frankfurt)
Jürgen Frömmrich, MdL (KV Waldeck-Frankenberg)
Hanna Sammüller (Kreisvorsitzende München)
Christina Schmidt (Kreistagsabgeordnete Main-Kinzig)
Reiner Bousonville (Fraktionsvorsitzender Main-Kinzig)
Danyal Bayaz (KV-Heidelberg)
Ali Mahdjoubi (KV Berlin Charlottenburg)
Myriam Schippers (KV München)
Roland Zintl (KV München)
Jeyaratnam Caniceus (Kreistagsabgeordneter Viersen)
Andrea Graf KV (Groß-Gerau)
Sylvio Bohr (KV München)
Henrik Neumann (KV Frankfurt)
Klaus Tandler (KV Bergstraße)
Florian Chiron (KV Frankfurt)
Philipp Steffen (KV Fürth)
Fabian Höhn (KV Hochtaunus)
Jakob Hahn (KV München)
Bennet Müller (KV Aalen/Ellwangen)
Lucas Gerrits (KV Rems-Murr)
Florian Roth (KV München)
Alex Gauert (KV Fürth-Stadt)
Martin Peters (KV Ebersberg)
Alexander Schestag (KV Heidelberg)
Matthias Weidner (KV München-Land)
David Vaulont (KV Freiburg)

Am Samstag, 19. Juni 2010 um 18:25 Uhr.
Den Autoren würde eine Geschichtsstunde in Sachen Schwarz-Rot-Gold bzw. für was unsere Farben stehen (Hambacher Fest, 48′er Revolution, Weimarer Republik) sicherlich gut tun.
Wer diese Fahne derart verhöhnt, weil ideologisch umfärbt, der verhöhnt die Väter und Mütter (Neudeutsch Elter1 und Elter2) unserer Demokratie, aber was soll man_frau von einer Partei erwarten, deren Jugend auch schon beim Pinkeln auf die Deutsche Flagge erwischt wurde(?).
Am Samstag, 19. Juni 2010 um 22:57 Uhr.
Zur Ergänzung des treffenden Beitrages von Wilhelm Entenmann:
Die deutschen Farben tauchen in der Kombination schwarz-rot-gold erstmal im Manessischen Liederhandbuch um 1300 auf. Eine Seite des Codex zeigt eine Darstellung Kaiser Heinrich VI. (regierte 1190 – 1197), auf der linken Seite ein Wappenschild: der schwarze deutsche Königsadler mit rotem Schnabel und Fängen auf goldenem Grund. Die Abbildung des Adlers aus dem Jahre 1300 hat übrigens große Ähnlichkeit mit dem heutigen Bundesadler.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kaiser_Heinrich_VI._im_Codex_Manesse.jpg&filetimestamp=20050620072259
Die Farben haben also eine Tradition von über 700 Jahren; in der Form der Trikolore tauchen sie dann aber erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach den Befreiungskriegen auf.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 12:59 Uhr.
Wozu die ganze Aufregung?
In unserem Land hat es schon immer Einwanderer gegeben. Einige erfolgreich, viele weniger.
Wenn manche von ihnen gut und gerne Fußball spielen – bitte. Aber jeder von ihnen hätte ja genauso gut für sein Heimatland spielen können; hat sich jedoch für Deutschland entschieden. Wobei hier der finanzielle Faktor sicher nicht ganz unbeteiligt zu sein scheint.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 13:18 Uhr.
Sehr geehrter Herr Janecek,
Sie schreiben hier im Kommentarbereich:
“Wer ein Wortspiel “Schwarz-Rot-Bunt” als Schmähung der Fahne betrachtet, dem ist im 21. Jahrhundert wirklich nicht mehr zu helfen.”
Damit haben Sie im Prinzip Recht, vordergründig, denn wer DIE GRÜNEN kennt, der weiss, dass solch einer spielerischen (“Testballon”) bzw. kalkulierten Provokation meist bald eine ernst gemeinte grüne Forderung folgt.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 13:23 Uhr.
Gibt es in den Nationalmannschaften von z.B. Iran, Türkei, Tunesien etc. auch so viel Multikulti wie bei uns ?
Wieviele Kurden, Armenier oder Assyrer spielen in der Nationalmannschaft der Türkei ?
Wieviele Franzosen in der Mannschaft von z.B. dem Iran oder von Algerien, von Tunesien ?
Wieviele Ghanaer spielen in den Mannschaften des Iran, der Türkei, Algeriens, Tunesiens, … ?
Eckhardt Kiwitt, Freising
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 13:27 Uhr.
Hallo,
als Mitunterzeichner dieses Artikels will ich auf einige Beiträge hier antworten
1. Der Vaterlandsbegriff einiger ist fast deckungsgleich mit dem aus der wilhelminischen Zeit: das heißt ausgrenzend gegenüber alljenen die eine andere Herkunft haben, oder auch nur einen anderen religiösen Background haben. Heimat und Vaterland sind nicht Begriffe die dem völkichem Lager gehören, sondern letzten Endes der Ort in dem Menschen zufällig oder absichtlich zusammen leben. Niemand muss nachweisen, dass seine Vorfahren einen deutschen Schäferhund vor 800 Jahre im Garten gezüchtet haben um “deutsch” zu sein. Diejenigen die hier leben und zum eigenen und gesellschaftlichen Erfolg beitragen wollen sind letzten Endes “Deutsche”. Im übrigen waren die Preußen des 17. und 18. Jahrhunderts liberaler als viele Deutschnationale am Ende des 19. Jahrhunderts – sehe die Einwanderung von Hugenotten zu dieser Zeit in Preußen.
2. Im übrigen bin ich als oberbayerischer Politiker mit deutschen, französischen, schweizer und italienischen Wurzeln selber Fan der “Bleus” und der Deutschen Nationalmannschaft. Die Franzosen wurden 1998 und 2000 mit einen multikulturellem Team Weltmeister und Europameister. Spieler wie Zidane, Viera, Henry, Makelele haben zu den erfolgreichsten ihrer Generation gehört. Und da hat niemand gefragt, ob sie die Marseillaise nachts um 03.00 grölen können – sondern sich die meisten gefreut. Das Fehlverhalten eines Einzelnen und die kollektiv schlechte Leistung heute als Beispiel für eine rassistische Argumentation zu bemühen ist geradezu absurd – weil eben das Gegenbeispiel zeigt, dass Multikulti-Teams sehr gut Titel gewinnen können. Auch wenn es an den alltäglichen Diskriminierungen die Menschen mit Migrationshintergrund in Frankreich erlebten und erleben wenig geändert hat.
3. Gesellschaftliche Realitäten (hier lebende Migranten und ihre Kinder) können auch die reaktionärsten Kräfte nicht ändern. Es geht letzten Endes nicht darum die ganze Blut- und Boden-Logik einiger Diskutanten hier zu entkräften. Ich glaube eh nicht, dass es viel bringen würde. Sondern ernsthaft zu diskutieren wie Integration und Chancen für junge Migrant/innen jenseits des Sports aussehen können.
Sylvio Bohr, Bezirksrat von Oberbayern
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Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 13:43 Uhr.
Sehr geehrter Herr Bohr,
Sie schreiben hier im Kommentarbereich u.a.:
“1. Der Vaterlandsbegriff einiger ist fast deckungsgleich mit dem aus der wilhelminischen Zeit: das heißt ausgrenzend gegenüber alljenen die eine andere Herkunft haben… .”
Ist ein Begriff und dessen Implikationen zwangsläufig falsch, nur weil er aus einer früheren, hier der wilhelmischen Zeit stammt?
DIE GRÜNEN möchten doch u.a. eine Landwirtschaft, welche, in Sachen “Natürlichkeit”, jener der wilhelmischen Zeit nicht unähnlich, wenn nicht gar identisch ist, oder?
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 13:48 Uhr.
Apropos Serbien :
Wieviele Serben spielen wohl in den Nationalmannschaften von Kroatien und Slowenien und umgekehrt ?
Wieviele Griechen spielen in der Nationalmannschaft der Türkei und umgekehrt ?
Wieviele Türken in der Nationalmannschaft Zyperns ???
Fragen über Fragen !
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 15:12 Uhr.
Da sich leider einige User weder an die Netiquette halten, noch vor Beleidigungen und zum Teil rassistischen Formulierungen nicht zurück schrecken, ist die Kommentarfunktion absofort moderiert.
Außerdem werden entsprechende Kommentare mit nicht akzeptablen Formulierungen gelöscht (insgesamt 34 bislang). Das ist keine Freakshow hier …
Dies gilt im übrigen nicht für alle kritischen Kommentare. Kritik/Auseinandersetzung ist hier durchaus erwünscht.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 15:47 Uhr.
Die GRÜNEN glauben, die Welt befrieden zu können, indem sie sich allen anderen Kulturen gegenüber öffnen und die Menschheit über alle Grenzen hinweg zu einer großen Einheit zusammenwachsen kann. Sie vergessen dabei, dass andere Völker und Religionsgruppen nicht diese gutmenschlichen Absichten haben und durchaus auf Eroberung und Machtüberanhme aus sind. Denn es hat es nie eine lineare Entwickllung gegeben, sondern immer Fortschritte und Rückschritte in der Entwicklung der Humanität der Gesellschaften. Konflikte wachsen, wenn eine starke Entfremdung in einem Land durch zu große Zuwanderung entsteht. Die menschliche Hybris wird nicht durch die Auflösung der staatlichen Souvernitäten besiegt werden können, dass ist die große Fehleinschätzung der GRÜNEN. Das Gegenteil passiert: gewalttätige Auseinandersetzungen , bürgerkriegsähnliche Zustände werden zunehmen. Schade, wir hatten in den letzten Jahren eine gute Gesellschaft aufgebaut, sie wird von links-grün geopfert.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 22:40 Uhr.
was gab es denn an meinem Kommentar auszusetzen?
ich habe lediglich kritiesiert, das Sie versuchen andere Meinungen als Ihre eignen als rechtsextremistisch stigmatiesieren und keine Antworten geben.
Am Sonntag, 20. Juni 2010 um 22:51 Uhr.
So, jetzt mal an die ganzen braunen Hohlbratzen, deren Bildungsstand meist unter dem der Migranten anzusiedeln ist.
Wieso, Rosl, sind die Grünen Vaterlandsverräter?
Begründung?
Gibt’s keine, im Gegensatz zu den rassistisch-dumpfbraunen und ewig gestrigen Phrasen der braunen Vaterlandsverräter, tun die Grünen etwas für Deutschland!
Ohne die Grünen hätten die Erneuerbaren Energien und viele andere Umwelttechnologien in Deutschland und Europa nicht dieses enorme Wachstumspotential entwickelt.
Wir haben durch den ehemaligen Außenminister J. Fischka und viele andere Grüne Politiker hohes internationales Ansehen für Deutschland gewahrt und dieses noch erhöht.
Auch SPD und CDU/CSU Politiker haben zum hohen internationalen Ansehen Deutschlands beigetragen.
Die wenig gebildeten Halbaffen der rechtsradikalen und hoffentlich bald verbotenen Parteien, haben mit ihrem plumpem Nationalismus und ihren volksverhetzenden Hasstiraden gegen alle Andersdenkenden das Ansehen Deutschlands immer wieder versucht zu beschädigen.
Nun fragen hier einige, von denen man nicht annehmen kann, dass sie irgendeinen Schulabschluss geschafft haben, im Gegensatz zu den meisten Migranten, die das trotz des Lebens in der Fremde und obwohl der Unterricht nicht in ihrer Muttersprache gehalten wird schaffen, warum in den Mannschaften von anderen Ländern wie dem Iran oder Ghana keine Deutschen oder Türken, Brasilianer oder Tunesier spielen.
Gibt’s noch dümmere Fragen?
Ein Iraner oder Türke wandert eben nach Deutschland aus, deshalb spielen bei uns eben auch Menschen mit diesen Nationalitäten, aber unseren dämlichen Rassisten würde ich auch eine Auswanderung in den Iran nahelegen!!!
Am Montag, 21. Juni 2010 um 00:08 Uhr.
Okay, mal eine Kritik aus linker Perspektive an diesem Papier.
1. Ich glaube ihr geht zu positiv mit dem Verhältnis der Menschen zur WM um. Es gibt empirische Belege, u.a. die Studie von Wilhelm Heitmeyer nach der WM 2006, die zeigt, dass nach der WM viel mehr Menschen ausländerfeindliche Einstellungen hatten. Der Party-Patriotismus ist eben doch nicht immer unverkrampft. Vielmehr versucht der neue Patriotismus ahistorisch zu sein, d.h. aber auch die positive Bezugnahme zu Deutschland als Staat führt unter Umständen dazu, dass jegliche Kritik am deutschen Staat als “Miesmacherei” abgetan wird. Man sollte sich schon fragen, warum die Mehrwertsteuererhöhung während der WM 2006 und nun das Sparpaket während der WM 2010 umgesetzt wurden. Alle feiern ja, da ist Widerstand gegen unsoziale Politik nicht zu erhoffen.
2. Ihr schreibt, dass die Fußballnationalmannschaft Ausdruck einer modernen, weltoffenen Gesellschaft sei. Wo ist unsere Gesellschaft weltoffen? Unzählige MigrantInnen schaffen es erst gar nicht nach Deutschland, werden an den EU-Außengrenzen aufgehalten und sterben bei dem Versuch nach Europa zu kommen. In Deutschland werden Menschen durch die Residenzpflicht inhuman in Lager eingesperrt. Viele der MigrantInnen würden auch gerne auf dem Fußballplatz stehen, aber können dies nicht wegen der restriktiven Politik. Mit eurem Satz beschönigt ihr diese Verhältnisse!
3. Folgender Satz von euch ist wirklich missverstäündlich:
“Ob Sprachkenntnisse, Kreativität, soziale Kompetenz oder Risikobereitschaft: Wirtschaft und Gesellschaft ignorieren noch viel zu häufig die Potenziale von Migrantinnen und Migranten.”
Hier schreibt ihr MigrantInnen per se bestimmte Verhaltensweisen zu. MigrantInnen sind also sozial kompetent und risikoreich, zudem kreativ. Fehlt nur noch das Wort exotisch. Die Deutschen sind dafür bestimmt pflichtbewusst und pünktlich. Ich unterstelle euch keinen Rassismus, aber ihr verwendet rassistische Zuschreibungen, die so auch schon in postkolonialen Kontexten benutzt werden. Zudem möchte ich, dass MigrantInnen ein Recht auf Asyl oder Einwanderung haben unabhängig davon ob die Wirtschaft oder die Fußballnationalmannschaft von ihnen profitiert. Diese ökonomische Verwertungslogik von MigrantInnen ist mir um ehrlich zu sein zuwider.
Am Montag, 21. Juni 2010 um 09:15 Uhr.
Aus linker Perspektive kann man auch Max widersprechen… hier einige Punkte
1. Wann gab es in Deutschland den von dir gewünschten “Widerstand”? Oder irgendeine Art von effizienten Protest gegen Regierungspolitik? Meistens sind solche Proteste politisch in der Bundesrepublik kanalisiert worden – sehe die neuen sozialen und ökologischen Bewegungen der 70er Jahre, oder auch die Proteste gegen die Arbeitsmarktreformen 2003-2004. Auch jenseits von Fußballspielen und Großevents ist es in Deutschland nicht sehr schwer Politik ohne Proteste durchzudrücken. Vielleicht auch weil die hiesige Demokratie sehr stark auf den Konsens und nicht auf den Konflikt aufgebaut ist?
2. Wir leben nicht im Paradies, ich glaube kaum einer der Autoren würde dies behaupten. Trotzdem ist die Gesellschaft pluraler und offener geworden in den letzten 10 Jahren – auch wenn es noch ein weiter Weg ist. Niemand von uns verteidigt die heutige EU-Asylpolitik und die Residenzpflicht oder die Essenspakete für Flüchtlinge.
3. In dem Punkt gebe ich Dir recht: ich sehe Migration/en nicht unter einer Verwertungslogik. Nun werden viele Kinder von Migrant/innen vor allem selber drüber klagen, dass es immer noch eine gläserne Decke bei Jobs gibt, und dass sie daher in Deutschland sich extrem schwer tun mit Karriereoptionen. Jede/r von uns kann sich umschauen: wie viele KommilitonInnen mit Migrationshintergrund sitzen neben eine/m/r an der Uni? Wie viele Leute im Management der eigenen Firma haben Migrationshintergrund? Da haben wir noch erhebliche Probleme, und auf die wollen wir eingehen.
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Am Montag, 21. Juni 2010 um 20:05 Uhr.
Also Leute, bei allem Respekt. Bei solch einem vorgedruckten politisch Standartappell, kann es einem Normaldenkenden nur übel werden.
Im Geiste dieses Textes bezieht man sich auf die WM 2006, die natürlich ein spitzen Turnier war. Sowohl Fans als auch Nationalmannschaft konnten selbst nach dem Ausscheiden noch nach Herzenslust feiern. Aber: Fussball ist ein schlechtes Beispiel für politische Arbeit. Welche Migranten würden denn schon auf dem Spielfeld dem Gegenspieler offen drohen oder ihn sogar verprügeln wollen (gesehen EM Qualifikation 2008 Türkei-Schweiz in Istanbul), während zig Kameras auf ihn gerichtet sind? Sportler die ihr Hobby zum Beruf machen konnten, werden entsprechend sensibilisiert damit man sie auf die Öffentlichkeit loslassen kann. Die Privatleute, die in Duisburg-Marxloh und Berlin zeigen wie es um das deutsche Modell der Integration bestellt ist, werden immer gern ausgeblendet. Denn junge U-Bahn Schläger mit Migrationshintergrund, Schulabbrecher und junge Türkinnen mit Kopftuch passen nicht ganz in das Bild, dass uns die Politiker vermitteln wollen. Führungspolitiker wissen um den religiösen Hintergrund der kulturellen Mentalität und des Kopftuches und können hierbei keine klare Linie fahren – letzteres verbieten oder nicht? Einerseits heisst es, man müsse sich integrieren um nicht in eine Parallelgesellschaft abzurutschen. Andererseits heisst es auch, man müsse tolerant mit anderen Kulturen umgehen und ihre Sitten und Gebräuche akzeptieren lernen. Wenn ich solche Vorstöße von Politikern und den restlichen “Gutmenschen” dieses Landes höre, fallen mir wieder zahlreiche Beispiele von katholischen Priestern ein, die in der Türkei seit Jahren diskriminiert, teilweise verfolgt und sogar getötet werden. Wo bleibt da die Toleranz? Wo bleibt die Toleranz z.B. in Ägypten wenn in einer Kleinstadt 600 Christen von über 3000 Moslems angegriffen werden weil diese einen Antrag zur Errichtung einer Kirche eingereicht haben?
Wo war die achso tolle Toleranz von EU und Arabischer Liga/Union als in der Schweiz das Minarettverbot mit über 50% beschlossen wurde? die türkische Regierung war die erste im arabischen Raum die ihren Unternehmen empfahl, ihre Konten in der Schweiz aufzulösen. Die EU, die die Schweiz gern in ihren Reihen hätte, hat auf die Schweizer verbal regelrecht eingedroschen. Neuabstimmung wurde gar gefordert.
Mit diesen Worten möchte ich mich nicht grundsätzlich gegen Einwanderung oder die “Vielfalt” im Land aussprechen, aber doch zur Offenheit gegenüber ausländischen Berichten aufrufen. Diese sollten grundlegend beim weiteren Integrationsideen berücksichtigt werden. Denn im Ausland ist man längst nicht so……………aufgeschlossen wie hier in Deutschland.
Am Mittwoch, 23. Juni 2010 um 18:46 Uhr.
Wieso haben Sie meinen Kommentar nicht veröffentlicht? Ist er Ihnen zu brisant?
Ich bitte Sie um eine Rückantwort in diesem Blog. Danke!
Am Donnerstag, 24. Juni 2010 um 09:23 Uhr.
@Hubert L.
Zitat:
“So, jetzt mal an die ganzen braunen Hohlbratzen, deren Bildungsstand meist unter dem der Migranten anzusiedeln ist.”
Ihr habt ja viel von euer grauen Eminenz
Fischer und Konsorten gelernt, das heißt eher
“Wie der Herre, so’s G’scherre.”
Wenn Sie wissen, was ich meine!
Selber sind wir eine Migrantenfamilie, da lassen wir uns nicht von euch “Bratzen” die rechte Ecke schieben.
Danke für die Veröffentlichung!
Am Donnerstag, 24. Juni 2010 um 20:16 Uhr.
Differenzierte Kritik an einem impulsiv aufgesetzten Text zur Fussball-WM nehme ich gerne entgegen. Insgesamt muss ich allerdings (erwartbar) feststellen: Rechtsnational bis braun empört sich, wir würden Deutschland auflösen wollen, seien im Multikulti-Rausch und wollten die Fahne verhöhnen. Bei manchen Linken/Anti-Deutschen (siehe http://www.danielmack.de) kommt die Kritik, wir seien national und deutschtümelnd. Ein breiteres Spektrum an Vorwürfen kann es wohl kaum geben.
Dem Lebensgefühl der Mehrheit der jüngeren Generation entspricht ein solch verkrampftes Verhältnis zum eigenen Staat wohl kaum. Wenn Heimat für alle da ist, weltoffen und nicht ortsgebunden, dann ist das durchaus auch ein Begriff, mit dem Grüne arbeiten können.
Am Donnerstag, 24. Juni 2010 um 20:41 Uhr.
Das (linke) Neue Deutschland verwendet übrigens auch den Begriff “Schwarz-Rot-Bunt”
http://www.neue-oz.de/wm2010/content_startseite/aktuelles/20100618_Neues_Deutschland.html
Ebenso wie ein Bericht des Hamburger Abendblatts: http://www.abendblatt.de/sport/fussball/article1535239/Schwarz-Rot-Bunt-ein-Erfolgsrezept-der-DFB-Auswahl.html
Am Donnerstag, 24. Juni 2010 um 21:23 Uhr.
Überwinden Sie doch einmal das Rechts-Links-Schema, wobei links immer das moralisch Bessere. Man darf doch mal fragen, warum die GRÜNEN so begeistert sind von Multi-Kulti, obwohl es dadurch auch riesige Verwerfungen in Deutschland, aber auch in anderen euopäischen Ländern gibt, ohne gleich in die rechte Ecke gestellt zu werden. Warum finden links-grün eingestellte Menschen fremde Kulturen immer verteidigungswerter als die eigene? Gegen Zuwanderer, die sich hier einfügen und ein positives Verhälntis zu ihrem neuen Heimatland bereit sind anzustreben hat wohl keiner etwas. Aber alles Nationale abzulehnen ist sicherlich der falsche Weg, nicht umsonst wird jetzt in Europa (Ungarn, Holland, Tschechien, Österreich) wieder national gewählt. Das hat auch etwas mit der versuchten Gehirnwäsche von links zu tun. Ich habe als Deutsche auch ein Recht auf meine kulturelle Identität und möchte deshalb nicht als”rassistisch” bezeichnet werden, weil ich mich dadurch “von anderen Kulturen abgrenze”, was diese anderen Kulturen aber sehr wohl dürfen. Verrückte grüne Welt.
Fußballmannschaften spiegeln eine Elite wider, das kann man
nicht verallgemeinern. Und es geht dabei um viel Geld.
Am Montag, 28. Juni 2010 um 20:44 Uhr.
Ich muss berichten das es zu einen Angriff auf Migranten im zuge der WM wegen einer Deutschlandfahne kam. Was sich hier im ersten moment nach ein paar neos anhört sind in den fall sogar Linke. Bevor ich zuviel von dieser unterhaltsamen lektüre verrate lest lieber selbst den das verwandelt Janecek´s Artikel wortwörtlich zu einem eigentor *fg*
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1332648/In-Neukoelln-ist-ein-Fahnenstreit-entbrannt.html
Am Montag, 28. Juni 2010 um 20:48 Uhr.
Wegen der Zensur die wegen Beleidigungen statt findet. Gilt diese nur für unerwünschte User oder ist Holger L. gleicher als gleich?
Am Samstag, 17. Juli 2010 um 03:41 Uhr.
Die Spieler haben es nicht verdient, daß Ideologen und Phrasendrescher gleich welcher politischen Couleur ihr Süppchen mit ihnen kochen. Die sind während der Weltmeisterschaft gemeinsam durch alle Wechselbäder des Gefühls hindurchgegangen und dabei zu einer verschworenen Einheit verschmolzen, in der für jmd. wie Ballack, der, wie unverschuldet auch immer, nicht dabeigewesen ist, kein Platz mehr ist.
Die Frage, warum die Integration in der Nationalelf so gut funktioniert, ist leicht zu beantworten: weil sie sozusagen biologisch fundiert ist: Aogo, Boateng und Khedira stammen aus Mischehen, Podolski, Trochowski und Klose sind Abkömmlinge der polonisierten deutschen Minderheit in Polen. Einzig der Brasilianer Cacau ist, gleich seinem Landsleuten Eduardo (Kroatien) und Senna (Spanien), das Produkt einer anderen Fußballkultur.