Olympia 2018: Schmierenkomödie beenden!
Und mal wieder Olympia. Ja, das Thema lässt einen auch während der Fussball-WM nicht los. Auch hier gehts nun so langsam in die heiße Phase und zwar mit der Bewerbung München 2018. Höchst erfreulich: In Oberammergau werden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Es ist offenkundig, dass die Bewerbungsgesellschaft ein bisher breit geleugnetes Problem mit der Zustimmung in der Bevölkerung hat. Die unabhängige Berichterstattung wird (zurecht) zunehmend kritisch, wie auch jüngste Berichte im Tagesspiegel oder der Badischen Zeitung zeigen. Wichtig ist, dass erstmals auch konkret die dubiose und intransparente Kostenkalkulation inklusive sittenwidriger Knebelungsverträge in Frage gestellt wird: “Wer zahlt drauf?” fragt der Münchner Merkur? Wie kommt es, dass München 2018 mit über 500 Mio. Einnahmen mehr plant als das durch zwei Bewerbungen bereits erfahrene Pyeongchang und das, obwohl man nichtmal im Ansatz die geplanten 30 Mio. Euro für die Bewerbungsphase über (wirklich) private Sponsoren aquierieren konnte?
Albernheiten wie die Inszenierung zur Candidate City letzten Mittwoch am Marienplatz kommen hinzu. Da stehen ein paar Dutzend Ex-Sportler + Funktionäre und simulieren zusammen mit ein paar hundert Menschen zufälliger Laufkundschaft “Olympia-Begeisterung” im “Wintersportmekka” München, das immerhin noch eine knappe Stunde von den Alpen entfernt liegt. Zu jedem 60er Spiel kommen 10x mal soviel Zuschauer wie bei einer solchen “müden Auftaktshow”, wie die Stuttgarter Zeitung in ihrem Beitrag “Manchem stinkt das Feuer” treffend karikierte.
Zur Situation in Oberammergau und angesichts des Planungschaos der Bewerbergesellschaft für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele in München, Garmisch, Schönau und Oberammergau habe ich mit MdL Ludwig Hartmann zusammen eine Stellungnahme verfasst:
“Nur wenige Stunden nach der Ankündigung eines Bürgerbegehrens in
Oberammergau stellt die Bewerbergesellschaft den Standort bereits in Frage und spricht offen von möglichen Alternativen. Wir haben frühzeitig darauf hingewiesen, dass die Romanshöhen als Standort weder aus ökologischen wie sonstigen Nachhaltigkeitskriterien für olympische Wettbewerbe in Frage kommen. Deshalb würden wir es zwar begrüßen, sollte sich ein Kurswechsel bei
München 2018 andeuten. Die nun ins Spiel gebrachten Standorte Kaltenbrunn
sowie das Isartal um Krün und Wallgau sind allerdings keine akzeptable
Alternativen. Vielmehr hätte man von Anfang an mit dem bestehenden Weltcup und WM-erprobten Standorten in Oberstdorf und Ruhpolding planen sollen und sich so die stattfindende Schmierenkomödie ersparen können. Es kann im Gegenzug nicht sein, dass eine ganze Region dem Diktat des IOC unterwirft und Landschaft wie Verkehrsplanung ohne Sinn und Verstand auf ein 2-wöchiges Event ausgerichtet werden.
Insgesamt fühlen wir uns in unseren Prognosen zum Verlauf der Bewerbung mehr als bestätigt: Das Umweltkonzept ist mit der Herausnahme des
Biosphärenreservats frühzeitig gescheitert. Von einer angeblichen
Hurra-Stimmung in der Bevölkerung ist angesichts nicht nachhaltiger
Planungen und intransparenter Kommunikation nichts zu spüren. Hinzu kommt die Münchner Arroganz von Oberbürgermeister Ude, aus der Landeshauptstadt alle Gegner und Kritiker stets als uneinsichtige fehlgeleitete Minderheit zu geißeln, anstatt sich vor Ort wirklich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.“
Wir und das Bündnis NOlympia bleiben auf jeden Fall an dem Thema dran, darauf könnt Ihr Euch verlassen!
