Olympia 2018: Zeit für einen Schlussstrich!
Heute mal nur eine kurze, aber dafür prägnante Stellungnahme zu den unglaublichen Vorgängen rund um die Bewerbung von München, Garmisch und Schönau um die Olympischen Winterspiele 2018:
„Vertrauen ist das Kapital, das diese Bewerbung nun endgültig aufgebracht hat. Es ist an der Zeit, das Projekt Olympia 2018 zu beerdigen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Diese Bewerbung schadet Bayern inzwischen mehr, als dass noch irgendein absehbarer Nutzen erkennbar wäre. Monatelang fabulierte die Bewerbergesellschaft und allen voran Willy Bogner von der ungeteilten Olympia-Begeisterung vor Ort, während man gleichzeitig vergaß, den Menschen vor Ort auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Nach dem Aus von Oberammergau droht in Garmisch nun der nächste Super-Gau für Olympia 2018.
Das zentrale Versprechen, die Bewerbungsphase ausschließlich über private Sponsoren zu finanzieren, wird die Bewerbergesellschaft nach den jüngsten Medienberichten endgültig brechen. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen das erwartbare Defizit von bis zu 20 Mio. Euro ausgleichen. Dabei zahlen die Bürgerinnen und Bürger bereits indirekt durch die Beteiligung öffentlicher Unternehmen wie der Sparkasse, Messe München und Flughafen GmbH.
Vancouver hat gerade bekannt gegeben, dass die tatsächlichen Kosten der öffentlichen Hand für die Ausrichtung der Spiele 2010 über 50% über dem Budgetansatz liegen. Dieses ruinöse Schicksal für Land und Kommunen sollten wir uns in Bayern ersparen.“
Empfohlen sei auch die jüngste Zusammenfassung der Ereignisse in bewährt umfassend recherchierter Form bei Jens Weinreich unter dem Titel “Dilettantenstadl München 2018″.
Der FC Bayern veranstaltet übrigens jetzt Bettelspiele für Olympia 2018, anders ist an die Kohle wohl nicht mehr ranzukommen, aber wir werden ja sehen, welche Geldgeschenke die Politik am Donnerstag beim Treffen der Bewerbergesellschaft auf den Tisch legt.
Humoristischer Nachtrag 15:40 Uhr: Christian Ude glaubt weiter fest an ein Wintermärchen: “Da auf den meisten der Sportstätten bereits heute internationale Wettkämpfe ausgetragen werden, sind diese auf dem Stand der heutigen Anforderungen und voll erprobt.”
Ralf kommentiert diesen Unsinn im Blog von Jens Weinreich: “Biathleten und Langläufer kennen Ohlstadt wie ihre Westentasche, das ZHS-Gelände in München ist berühmt für seine Eisschnelllaufwettkämpfe, die Curlingbewerbe in der Olympiaschwimmhalle sind legendär, und auch die Snowboarder vergnügen sich gern in der virtuellen Garmischer Halfpipe. Nicht zu vergessen natürlich auch die bestens erprobten neuen Eishockeyhallen im Münchener Olympiapark.”
Musste wirklich herzlich lachen! …
