18 “Irrtümer” im Schnelldurchlauf

Endlich! Nach zwei Jahren ausgiebiger Textarbeit, Fragestellungen, Recherche, etc. des Nolympia-Netzwerkes reagiert die Bewerbergesellschaft München 2018 mit einem eigenen Positionspapier. “18 Gründe gegen Olympia” hat die Gesellschaft für ökologische Forschung schon vor über einem Jahr zusammengetragen auf einer großartig, stetig aktualisierten Homepage.

Nun schlägt das Imperium zurück mit “18 Irrtümern über die Olympia-Bewerbung – und unsere Antworten darauf”.
Leider werden hier vornehmlich rückwärtsgewandte Schlachten geschlagen, aber gerne entgegne ich einige Dinge im Schnelldurchlauf und versäume dabei nicht, auch entscheidende Fragen zu stellen.

1) München + 4 (Ruhpolding, Oberstdorf) sei unökologischer als München + 2 (mittlerweile ja längst +3).
Bestehende Sportstätten nutzen ist also nach Auskunft der Bewerbergesellschaft weniger verträglich als neue Infrastrukturen errichten. Grund: Die Auflagen des IOC. Gleichmal grundsätzlich: Nicht “was das IOC wünscht”, ist für die Alpenregion maßgeblich, sondern was die Menschen wünschen.
Was die Verkehrsströme angeht: Zu Olympischen Winterspielen kommt gerade mal ein Bruchteil von BesucherInnen wie z.B. jedes Jahr auf der Wiesn sind. Ruhpolding und Oberstdorf sind bereits WM-erprobt. Die Schaffung neuer Infrastrukturen hierfür wäre also nicht nachvollziehbar. Entsprechende Vorgaben des IOC stellen wir ja grundsätzlich in Frage!
Der erfolgreichste deutsche Ski-Langläufer aller Zeiten Axel Teichmann sieht das übrigens folgendermaßen: “Für mich persönlich gäbe es nur eine Alternative, die heißt Ruhpolding. Dort wird eine Arena gebaut für mehrere Millionen Euro. Die wird im nächsten Jahr fertig sein zur WM 2012 in Ruhpolding. Von daher gibt es für mich nur diese Option, dort kann man Langlaufwettkämpfe durchführen und führ Biathlon ist alles vorhanden. Ich sehe jetzt keinen Grund, einfach irgendwo in die Natur ein Langlaufstadion oder eine Biathlonarena zu bauen. Das denke ich, haben wir nicht nötig in der heutigen Zeit. Wir haben gesehen, was die Natur für Rückschläge hinnehmen muss, wenn man nur an die Ölkatastrophe im Gold von Mexico denkt. Da sollten wir ein bisschen sensibler mit den Ressourcen umgehen.”

2) Die Bewerbergesellschaft bemühe sich vergeblich um “sachlichen Dialog”. Abgesehen davon, dass es stillos ist, Emails ehrenamtlich Tätiger wie Korbinian Freier aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren: Zentrale Aussagen hochdekorierter Pro-Olympia-Macher der letzten Wochen waren: “Die Widerstände sind ein Medienprodukt. Es gibt nur einige, wenige Windmaschinen, die versuchen, Wind zu machen.” (Ude)
Willy Bogner sah es in einem Vortrag im Gasteig im März als “als staatsbürgerliche Pflicht der Bevölkerung, in der Unterstützung der Bewerbung ihren VolksvertreterInnen zu folgen.”
Karl-Heinz Rummenigge sieht “Quertreiber im Alpenvorland” am Werk. Michael Vesper warf den KritikerInnen noch im Januar vor, auf “selbst gebastelte Pappkameraden eindreschen”.
Zahlreiche Anfragen, Texte, Vorlagen zu Finanzierungs-, Ökologie- wie Transparenzfragen des Nolympia-Netzwerks blieben von Seiten der Bewerbergesellschaft in der öffentlichen Debatte stets unkommentiert. MdL Ludwig Hartmann erhält z.B. wesentliche Informationen zur Transparenz der Finanzierung nur durch das Mittel der Landtagsanfrage, etc.

3) Transparenz? Das ist wirklich der größte Witz dieser Bewerbung und ein Verweis auf die Beiträge von Jens Weinreich zu diesem Thema genügt eigentlich schon vollkommen als Stellungnahme.
Wenn die Bewerbergesellschaft den Anspruch hat, transparent zu agieren, wie kommt es dann, dass
A) letzte Woche erneut ein “Wirtschaftsplan” der Bewerbergesellschaft beschlossen wurde, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist?
B) weder Abgeordnete noch Gemeinderäte Zugang zu einem solchen “Wirtschaftsplan” haben?
C) keinerlei nachvollziehbare Übersicht über die bisher eingetriebenen Sponsoringelder vorliegt? Welchen Anteil haben hier staatliche oder halb-staatliche Unternehmen?
D) es weiterhin keine sauberen, nachprüfbare OCOG- und Non-OCOG-Etats gibt?
E) nicht einmal das Bid Book in deutscher Sprache vorliegt, während die Südkoreaner dazu in der Lage sind, ihre Bewerbung auch in einheimischer Sprache vorzulegen?
F) die Einnahmekalkulationen von Pyeongchang und München über eine halbe Milliarde Euro auseinanderliegen?
G) österreichische Jouristen die Vertragswerke des IOC im Rahmen der Salzburger Bewerbung als sog. Knebelungsverträge bezeichnet haben?

4) Vorhandene Sportstätten: Egal ob Vesper, Ude oder Bogner – Immer wieder wird in der Öffentlichkeit behauptet, dass die Sportstätten bis auf wenige Ausnahmen quasi schon vorhanden seien.
Im letzten Blogeintrag zu Olympia hatte ich bereits die lustige Feststellung des Users “Ralf” hierzu zitiert: “Biathleten und Langläufer kennen Ohlstadt wie ihre Westentasche, das ZHS-Gelände in München ist berühmt für seine Eisschnelllaufwettkämpfe, die Curlingbewerbe in der Olympiaschwimmhalle sind legendär, und auch die Snowboarder vergnügen sich gern in der virtuellen Garmischer Halfpipe. Nicht zu vergessen natürlich auch die bestens erprobten neuen Eishockeyhallen im Münchener Olympiapark.”

Es ist wirklich albern, meine Herren!

5) Was die zahlreichen Umfragen angeht, die die angeblich überall und ausnahmslos erdrückende kaum Widerspruch duldende Olympia-Begeisterung aufzeigen: Hierzu habe ich mich bereits in einem Blogeintrag ausgelassen. Als eine Bürgerinitiaitve in Oberammergau konkret die Begeisterung abgefragt hat, haben sich innerhalb einer Woche rund 20% (!!) der Bevölkerung für ein Bürgerbegehren GEGEN die Spiele ausgesprochen. Ein paar Tage später war der Standort gestrichen. Wie die tatsächliche Stimmung in Garmisch ist, werden wir ja hoffentlich diesen Sommer und Herbst noch rausfinden. Der Ansturm auf die nun ausliegenden Unterschriftenlisten im Ort stimmt uns im Bündnis auf jeden Fall positiv. Es absolut notwendig, dass eine Entscheidung von solcher Tragweite wie die Bewerbung für Olympische Winterspiele von den Beteiligten vor Ort im offenen Dialog selbst getroffen wird. Dies war bisher nicht vorgesehen (siehe abgelehntes Ratsbegehren). Dass Zustimmung in den Parlamenten nicht gleichzusetzen ist mit Zustimmung in der Bevölkerung, haben wir vergangenen Sonntag beim Volksentscheid zur Schulreform in Hamburg gesehen.

6) “Für die Durchführung der Spiele werden keine öffentlichen Mittel benötigt.” – Unglaublich, dass die Bewerbergesellschaft weiter an dieser Aussage festhält, wo doch bereits in der Bewerbungsphase massiv Steuergelder fließen und weitere fließen werden sowie die Tricksereien mit dem OCOG-Budget längst durchschaut sind.
Was die Ausgaben für Verkehrsinfrastruktur angeht: Mir ist bis heute nicht bekannt, dass der Bundesverkehrsminister einen Sonderetat für Olympia 2018 zur Verfügung gestellt hat. Vielleicht sollte man ihn mal fragen? Das Verhältnis Schiene – Straße ist nach den bislang vorliegenden vagen Kalkulationen ca. 1:6.

7) Was das Umweltkonzept angeht, liegen hierzu bereits umfangreiche Einschätzungen/Kritiken der Gesellschaft für ökologische Forschung sowie des Bund Naturschutzes vor. “The greenes games ever”, “grünes Erbe”, “ökologisches Spiele”.

Was ist der Mehrwert dieser Bewerbung? Diese Frage bleibt weiterhin unbeantwortet. Vancouver hat jüngst bekannt gegeben, dass die Budgetansätze für Olympia 2010 um 50% überschritten wurden.

12 Antworten auf “18 “Irrtümer” im Schnelldurchlauf”

  1. Ralf

    Ich würde gerne noch folgenden Punkt kommentieren:
    „Für die Olympischen Spiele in München müssen mehr Sportstätten neu gebaut werden als in den anderen Bewerberstädten. An anderer Stelle stehen bereits 100 Prozent der benötigten Sportstätten zur Verfügung.“

    Ich kann mich nicht daran erinnern, daß dies jemals von der NOlympia-Seite behauptet wurde. Stattdessen kann ich mich sehr gut daran erinnern, daß die Bewerbergesellschaft nicht müde wurde, zu behaupten, in München stünden quasi bereits 100% der Sportstätten zur Verfügung, und daher seien Olympische Spiele in Deutschland weitaus schonender und nachhaltiger als in Südkorea oder Frankreich. Daß die Bewerbergesellschaft nun endlich eingesteht, daß in allen Bewerberstädten in etwa gleich viel neu oder temporär errichtet werden müßte, ist ein später, aber immerhin kleiner Fortschritt.

  2. Markus Viellvoye

    Auch wenn man in Rechnung stellt, dass das ganze Thema ein Geschenk für die landespolitische Opposition in Bayern ist, könnten die publizistischen Erfolge der letzten Zeit der NOlympia-Kampagne doch genug Selbstbewusstsein verliehen haben, um auf offensichtlich falsche Argumente zu verzichten. Denn vieles, was NOlympia auf ihrer ach so „großartigen, stetig aktualisierten Homepage“ behauptet, ist nicht nur grob überzeichnet, sondern schlichtweg Unfug.
    So weiß jeder, der auch nur ein bisschen von der Materie versteht, dass der Autobahn-Südring mit dem Verkehrskonzept der Münchner Bewerbung nie etwas zu tun hatte – in der Vergangenheit nicht, und jetzt, einige Wochen nachdem die bayerische Staatsregierung höchstselbst ihn für die nächsten Jahre auf Eis gelegt hat, erst recht nicht. Trotzdem behauptet „NOlympia“ immer noch, Münchner Bürgerinitiativen fürchteten den „Vollzug“ der Südtrasse durch den Perlacher Forst wegen der olympischen Winterspiele. Und dies bedeute „dass für ein lediglich zweiwöchiges Sportereignis erhöhtes Verkehrsaufkommen, ökologisch höchst zweifelhafte und dauerhaft irreversible Infrastrukturprojekte in Angriff genommen würden, für die die Olympischen Spiele als Rechtfertigung dienten.“
    Wenn Ihr so tolle Argumente habt, wozu bedient ihr Euch so plump gezeichneter Schreckgespenster?
    Das gleiche gilt natürlich für die 3. Startbahn und für die Verbreiterung der A 8 nach Salzburg. Beides sind Projekte, die von der Olympiabewerbung schlichtweg nicht tangiert werden, denn für die von den Spielen erzeugten Verkehrsströme sind derart kostspielige und überdimensionierte Projekte bei weitem nicht notwendig.
    Der Vergleich mit der im Münchner Stadtzentrum optimal an den Öffentlichen Nahverkehr angeschlossenen Wiesn ist absurd – was soll denn das? Natürlich muss man sich auf die Verkehrsströme einstellen und entsprechende Infrastruktur schaffen. Mal abgesehen von den Umgehungstunneln in GAP (wie steht der Grüne Landesverband eigentlich dazu? Hier wäre mal eine klare Aussage wünschenswert) ist der Ausbau der Bahnverbindung München – Garmisch-Partenkirchen jedenfalls im Sinne Grüner Politik.

    Fortsetzung folgt

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    Auch wenn man in Rechnung stellt, dass das ganze Thema ein Geschenk für die landespolitische Opposition in Bayern ist, könnten die publizistischen Erfolge der letzten Zeit der NOlympia-Kampagne doch genug Selbstbewusstsein verliehen haben, um auf offensichtlich falsche Argumente zu verzichten. Denn vieles, was NOlympia auf ihrer ach so „großartigen, stetig aktualisierten Homepage“ behauptet, ist nicht nur grob überzeichnet, sondern schlichtweg Unfug.So weiß jeder, der auch nur ein bisschen von der Materie versteht, dass der Autobahn-Südring mit dem Verkehrskonzept der Münchner Bewerbung nie etwas zu tun hatte – in der Vergangenheit nicht, und jetzt, einige Wochen nachdem die bayerische Staatsregierung höchstselbst ihn für die nächsten Jahre auf Eis gelegt hat, erst recht nicht. Trotzdem behauptet „NOlympia“ immer noch, Münchner Bürgerinitiativen fürchteten den „Vollzug“ der Südtrasse durch den Perlacher Forst wegen der olympischen Winterspiele. Und dies bedeute „dass für ein lediglich zweiwöchiges Sportereignis erhöhtes Verkehrsaufkommen, ökologisch höchst zweifelhafte und dauerhaft irreversible Infrastrukturprojekte in Angriff genommen würden, für die die Olympischen Spiele als Rechtfertigung dienten.“Wenn Ihr so tolle Argumente habt, wozu bedient ihr Euch so plump gezeichneter Schreckgespenster?Das gleiche gilt natürlich für die 3. Startbahn und für die Verbreiterung der A 8 nach Salzburg. Beides sind Projekte, die von der Olympiabewerbung schlichtweg nicht tangiert werden, denn für die von den Spielen erzeugten Verkehrsströme sind derart kostspielige und überdimensionierte Projekte bei weitem nicht notwendig.Der Vergleich mit der im Münchner Stadtzentrum optimal an den Öffentlichen Nahverkehr angeschlossenen Wiesn ist absurd – was soll denn das? Natürlich muss man sich auf die Verkehrsströme einstellen und entsprechende Infrastruktur schaffen. Mal abgesehen von den Umgehungstunneln in GAP (wie steht der Grüne Landesverband eigentlich dazu? Hier wäre mal eine klare Aussage wünschenswert) ist der Ausbau der Bahnverbindung München – Garmisch-Partenkirchen jedenfalls im Sinne Grüner Politik.
    +1

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  4. Ralf

    @ Markus Viellvoye:

    Geht zwar nicht um die A8, dafür aber um die A9:

    Donaukurier (28.07.): Plädoyer für achtspurigen Vollausbau
    “In seinem Schreiben an den Bundesverkehrsminister ergreift [der Bamberger Bundestagsabgeordnete Sebastian Körber] hierfür Position. Angesichts der bundesweiten Bedeutung der Autobahn A 9 und des weiter steigenden Verkehrsaufkommens fordert der FDP-Politiker Minister Ramsauer auf, sich für einen raschen achtspurigen Ausbau stark zu machen. “Ich habe dabei auch die mögliche Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 in München im Blick”, erklärte der FDP-Bundestagsabgeordnete am Ende seines Briefes an Peter Ramsauer.”
    http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/Schweitenkirchen-Plaedoyer-fuer-achtspurigen-Vollausbau;art600,2305167

  5. Ralf

    @ Markus Viellvoye:

    Auch der zweite Stammstrecken-Tunnel steht nicht im Mini Bidbook, aber siehe da:
    “Das Verkehrsministerium in München hofft deshalb auf Sondermittel aus Berlin für die Bewerbung um Olympia 2018.”
    http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/zweitem-s-bahn-tunnel-droht-861429.html

  6. Markus Viellvoye

    @ Ralf:

    Ein FDP-Hinterbänkler macht sich für den Ausbau einer Autobahn stark und bedient sich dabei der Olympiabewerbung. Das beweist gar nichts, außer dass jede Seite versucht, wichtige und große Verkehrsprojekte mittels Olympia entweder zu fördern oder zu dämonisieren – auch wenn ein sachlicher Zusammenhang objektiv nicht gegeben ist. Herr Körber hat von den zu erwartenden Verkehrsströmen offensichtlich nur eine sehr wolkige Vorstellung.
    Der 2. S-Bahn-Ausbau in der Region München ist ein sehr komplexes Thema. Der Tunnel ist bestimmt nur die zweitbeste Lösung, aber m. E. besser als gar nichts. Notwendig für Olympia ist er auch nicht, aber wenn man dafür Geld in Berlin locker machen kann, sollte es uns recht sein. Denn Geld für den ÖPNV wird knapp sein in den nächsten Jahren, sehr knapp.

  7. Markus Viellvoye

    Zur Kritik an der künstlichen Beschneiung:
    Natürlich muss man die Beschneiung von immer mehr Flächen im gesamten Alpenraum zum Zwecke des Skitourismus grundsätzlich kritisch bewerten. Und auch der Energieverbrauch ist ja beträchtlich – allerdings werden alle zusätzlich durch die Olympischen Spiele erzeugten CO2-Emissonen kompensiert.
    Doch die alpinen Skipisten in Garmisch-Partenkirchen werden ohnehin jedes Jahr für die Zwecke des normalen Skitourismus und für den Ski-Weltcup beschneit. Dies wird also nicht durch die Olympischen Spiele verursacht.
    Die Beschneiungsanlagen für die nordischen Skiwettbewerbe – voraussichtlich in Schwaiganger – werden ebenso wie die gesamten Sportstätten an diesem Ort nur temporär errichtet. Diese zusätzliche temporäre Beschneiung dürfte in Relation zu den gesamten 600 ha Beschneiungsfläche in Bayern mengenmäßig kaum ins Gewicht fallen. Anders als NOlympia dies behauptet, sind keine weiteren Beschneiungsteiche vorgesehen.
    Beschneiungsanlagen müssen übrigens ein Genehmigungsverfahren durchlaufen, in dem auch gewässer- und fischökologische Belange zu wahren sind.
    Weltweit finden Wintersport-Großveranstaltungen auf künstlichem Schnee statt, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Sportler zu schaffen. Ohne Beschneiungsanlagen sind internationale Wettbewerbe nicht mehr vorstellbar. Wer also künstliche Beschneiung grundsätzlich ablehnt, macht auch dem Hochleistungswintersport und vielen beliebten Veranstaltungen mit Zehntausenden von Zuschauern den Garaus.
    Aber das wollen wohl auch die Olympiagegner nicht. Denn selbstverständlich würden ja auch „die modernen Sportstätten in Ruhpolding und Oberstdorf“, deren Einbindung in das Olympiakonzept die Kritiker ja für eine unabdingbare Voraussetzung für Nachhaltigkeit halten, nicht ohne künstliche Beschneiung auskommen.

  8. Ralf

    @ Markus Viellvoye:

    Sie können sich gerne über den politischen Gegner lustig machen (“Hinterbänkler”). Ich befürchte jedoch, daß im Zweifelsfall der Einfluß eines Mitglieds einer Bundestagsfraktion aus dem Regierungslager auf den Bundesverkehrswegeplan größer ist als derjenige des Sprechers einer grünen Kommunalfraktion.

  9. Ralf

    @ Markus Viellvoye:

    Auf olympija.de heißt es:
    “Hotels sind im Raum Garmisch-Partenkirchen nach unserer Erkenntnis zur Genüge vorhanden. Die in Frage stehenden Hotels stammen jedoch oft aus den 60er und 70er Jahren und haben häufig eine entsprechend schlechte Energieeffizienz. Die Energieeinsparpotenziale sind entsprechend groß: Mit dem Leitprojekt „München 2018 Hotels” (Teil des Umweltkonzepts der Bewerbung) bietet sich die Chance, Hotels mit Fördermitteln energetisch zu sanieren.”

    Die SZ schreibt heute:
    “Auch ein weiteres Vorzeigeprojekt steht nicht mehr in der aktuellen Ausgabe des Umweltkonzepts: die energetische Sanierung von Hotels, die Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB in einem SZ-Interview kürzlich noch gelobt hatte.”
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/umweltkonzept-fuer-olympia-vage-versprechen-1.987656

  10. Markus Viellvoye

    @ Ralf
    Was meinen persönlichen Einfluss auf den Bundesverkehrswegeplan angeht, haben Sie völlig recht – der ist gleich Null. Was den Einfluss von Herrn Körber angeht, so geht er sicher weit über Null hinaus – gehört habe ich trotzdem noch nie von ihm (und ich lese ziemklich viel Zeitung). Und ganz egal, wie man den Ausbau der A9 in diesem Abschnitt beurteilt (scheint mir vor allem ein Lärmschutzproblem zu sein), mit den Olympischen Spielen hat das einfach nichts zu tun.
    Der Wegfall des Projekts “energetische Sanierung von Hotels” ist natürlich bedauerlich. Wir müssen allerdings zur Kenntnis nehmen, dass die bayerische Staatsregierung als ein wichtiger Geldgeber zum einen lieber eine anderes Projekt verwirklichen will (nämlich das Zentrum für Nachhaltigkeit in GAP) und zum anderen wettbewerbsrechtliche Probleme bei den Zuschüssen für die Sanierung aufgetaucht sind.
    Das ist wie gesagt bedauerlich, aber sicher kein Grund, das ganze Umweltkonzept in Bausch und Bogen zu verdammen.
    Bei einigen der Projekte wackelt die Finanzierung noch. Das wiegt momentan noch viel schwerer.

  11. Ralf

    BN/GÖF: Schaden für die Stadt und die Menschen

    “Die „Umweltleitprojekte“ [...] sind reine „Papiertiger“ und ausschließlich theoretischer Natur. Wie an den permanenten Umplanungen deutlich ersichtlich, wurde keines dieser Projekte vorher auf seine Praxistauglichkeit hin untersucht. Ebenso wenig wurden offene Finanzierungsfragen vorher eruiert. [...] Es ist davon auszugehen, dass keines der Projekte stringent weiterbetrieben wird, wenn die Olympischen Spiele 2018 beendet sind. Auch hat sich bisher keiner der bei der Bewerbungsgesellschaft angestellten Personen in irgendeiner Weise mit solchen oder ähnlichen Projekten hervorgetan und damit die Kompetenz bewiesen, solche Projekte durchführen zu können.”

    http://www.bn-muenchen.de/uploads/tx_akpdfarchiv/20100820_PM_Olypark_fertig.pdf

  12. Ralf

    Ralf am Mittwoch, 21. Juli 2010 um 12:26 Uhr:
    “Stattdessen kann ich mich sehr gut daran erinnern, daß die Bewerbergesellschaft nicht müde wurde, zu behaupten, in München stünden quasi bereits 100% der Sportstätten zur Verfügung”

    Thomas Bach am 14. Oktober 2010:
    “Weit über 90 Prozent der Sportstätten sind schon vorhanden.”
    http://www.bild.de/BILD/sport/mehr-sport/2010/10/15/traumpaar-fuer-olympia/thomas-bach-und-kati-witt.html

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Über mich

Ich bin Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern und schreibe über meine politische Arbeit, meine Gedanken zum politischen und gesellschaftliche Geschehen mit dem festen Willen abseits des politischen Mainstreams sich die Freiheit zu nehmen, auch mal quer zu denken. (mehr)

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