Archiv für die Kategorie ‘Dogma Wachstum’

Besser ist mehr! Alternativen zum Wachstumswahn

Friday, Mai 7th, 2010

Die bayerischen Grünen haben sich auf den Weg gemacht. Mit unserem Beteiligungs- und Perspektivenprozess „Mein Bayern“ wollen wir in den nächsten drei Jahren bis zur Landtagswahl 2013 zeigen, wie ein besseres grüneres Bayern aussehen kann. Jenseits der Tagespolitik stellen wir uns den drängenden Herausforderungen unserer Zeit und suchen aktiv den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Initiativen und QuerdenkerInnen aus allen Teilen der Gesellschaft.

Anfang des Jahres habe ich mir in diesem Rahmen im Blog „erste Gedanken zur Wachstumsfrage“ gemacht. Die Reaktionen in darauf folgenden Debatten und Gesprächen haben gezeigt, dass innerhalb der grünen Partei wie auch in der Gesellschaft insgesamt das Bedürfnis nach Alternativen zum alles dominierenden Wachstumsdogma groß ist. Die ständige Fixierung auf Wachstum als Ersatzreligion hat unsere Arbeitsverhältnisse nicht sicherer oder Familien verträglicher gemacht. Die soziale Spreizung geht seit Jahren weiter auseinander. Ausufernder Naturverbrauch und Klimakatastrophe sind dramatische Begleiterscheinungen. “Immer höher, schneller, weiter” ist das Mantra einer Gesellschaft, die sich eines verbindenden Wertefundaments nicht mehr sicher sein kann.
(weiterlesen …)

Erste Gedanken zur Wachstumsfrage

Mittwoch, Januar 27th, 2010

„Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hieß das erste Wunderwerk der neuen schwarz-gelben Bundesregierung. „Ohne Wachstum keine Investitionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für die Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen.“ erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung vom 10. November 2009.
Der Volkswirt Alexander Koch hat für die UniCredit ausgerechnet, dass angesichts der Steuerpläne von CDU/CSU und FDP und der zudem vorliegenden strukturellen Haushaltsdefizite die Wirtschaft bis 2030 um durchschnittlich 4,2% wachsen müsste, um die Verschuldung nicht ins Astronomische wachsen zu lassen. Zum Vergleich: Das BIP ist in den letzten 10 Jahren durchschnittlich um 0,9% gewachsen. Der IWF sagt mittel- und langfristig für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 1,5% voraus.

Bald 40 Jahre nach Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome sind wir in Europa unmerklich bei selbigen bereits angelangt. „Es ist Zeit darüber nachzudenken, ob ein schlichtes „Immer mehr“ – Denken die Zukunft gewinnen kann”, wird gar Bundespräsident Horst Köhler unlängst zitiert, der sich ja jüngst auch für eine “industriell-ökologische Revolution” stark gemacht hat.
Nach dem Desaster von Kopenhagen und der dramatischen globalen Banken- und Wirtschaftskrise muss es außer Frage stehen, dass wir uns mit der Frage nach Alternativen zum gängigen Wachstumsbegriff längst nicht mehr nur theoretisch befassen sollten, sondern dringend die Entwicklung von umsetzbaren Handlungsalternativen gefragt ist. Denn was sagt quantitatives Wachstum wirklich über gerechte Verteilung, Teilhabe und schlicht das Glück in einer Gesellschaft aus?
(weiterlesen …)

Über mich

Ich bin Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern und schreibe über meine politische Arbeit, meine Gedanken zum politischen und gesellschaftliche Geschehen mit dem festen Willen abseits des politischen Mainstreams sich die Freiheit zu nehmen, auch mal quer zu denken. (mehr)

Twitter