Archiv für die Kategorie ‘Olympia 2018’

Olympia 2018: Zeit für einen Schlussstrich!

Mittwoch, Juli 14th, 2010

Heute mal nur eine kurze, aber dafür prägnante Stellungnahme zu den unglaublichen Vorgängen rund um die Bewerbung von München, Garmisch und Schönau um die Olympischen Winterspiele 2018:

„Vertrauen ist das Kapital, das diese Bewerbung nun endgültig aufgebracht hat. Es ist an der Zeit, das Projekt Olympia 2018 zu beerdigen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Diese Bewerbung schadet Bayern inzwischen mehr, als dass noch irgendein absehbarer Nutzen erkennbar wäre. Monatelang fabulierte die Bewerbergesellschaft und allen voran Willy Bogner von der ungeteilten Olympia-Begeisterung vor Ort, während man gleichzeitig vergaß, den Menschen vor Ort auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Nach dem Aus von Oberammergau droht in Garmisch nun der nächste Super-Gau für Olympia 2018.

Das zentrale Versprechen, die Bewerbungsphase ausschließlich über private Sponsoren zu finanzieren, wird die Bewerbergesellschaft nach den jüngsten Medienberichten endgültig brechen. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen das erwartbare Defizit von bis zu 20 Mio. Euro ausgleichen. Dabei zahlen die Bürgerinnen und Bürger bereits indirekt durch die Beteiligung öffentlicher Unternehmen wie der Sparkasse, Messe München und Flughafen GmbH.
Vancouver hat gerade bekannt gegeben, dass die tatsächlichen Kosten der öffentlichen Hand für die Ausrichtung der Spiele 2010 über 50% über dem Budgetansatz liegen. Dieses ruinöse Schicksal für Land und Kommunen sollten wir uns in Bayern ersparen.“

Empfohlen sei auch die jüngste Zusammenfassung der Ereignisse in bewährt umfassend recherchierter Form bei Jens Weinreich unter dem Titel “Dilettantenstadl München 2018″.

Der FC Bayern veranstaltet übrigens jetzt Bettelspiele für Olympia 2018, anders ist an die Kohle wohl nicht mehr ranzukommen, aber wir werden ja sehen, welche Geldgeschenke die Politik am Donnerstag beim Treffen der Bewerbergesellschaft auf den Tisch legt.

Humoristischer Nachtrag 15:40 Uhr: Christian Ude glaubt weiter fest an ein Wintermärchen: “Da auf den meisten der Sportstätten bereits heute internationale Wettkämpfe ausgetragen werden, sind diese auf dem Stand der heutigen Anforderungen und voll erprobt.”
Ralf kommentiert diesen Unsinn im Blog von Jens Weinreich: “Biathleten und Langläufer kennen Ohlstadt wie ihre Westentasche, das ZHS-Gelände in München ist berühmt für seine Eisschnelllaufwettkämpfe, die Curlingbewerbe in der Olympiaschwimmhalle sind legendär, und auch die Snowboarder vergnügen sich gern in der virtuellen Garmischer Halfpipe. Nicht zu vergessen natürlich auch die bestens erprobten neuen Eishockeyhallen im Münchener Olympiapark.”
Musste wirklich herzlich lachen! …

Olympia 2018: Schmierenkomödie beenden!

Montag, Juni 28th, 2010

Und mal wieder Olympia. Ja, das Thema lässt einen auch während der Fussball-WM nicht los. Auch hier gehts nun so langsam in die heiße Phase und zwar mit der Bewerbung München 2018. Höchst erfreulich: In Oberammergau werden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Es ist offenkundig, dass die Bewerbungsgesellschaft ein bisher breit geleugnetes Problem mit der Zustimmung in der Bevölkerung hat. Die unabhängige Berichterstattung wird (zurecht) zunehmend kritisch, wie auch jüngste Berichte im Tagesspiegel oder der Badischen Zeitung zeigen. Wichtig ist, dass erstmals auch konkret die dubiose und intransparente Kostenkalkulation inklusive sittenwidriger Knebelungsverträge in Frage gestellt wird: “Wer zahlt drauf?” fragt der Münchner Merkur? Wie kommt es, dass München 2018 mit über 500 Mio. Einnahmen mehr plant als das durch zwei Bewerbungen bereits erfahrene Pyeongchang und das, obwohl man nichtmal im Ansatz die geplanten 30 Mio. Euro für die Bewerbungsphase über (wirklich) private Sponsoren aquierieren konnte?
Albernheiten wie die Inszenierung zur Candidate City letzten Mittwoch am Marienplatz kommen hinzu. Da stehen ein paar Dutzend Ex-Sportler + Funktionäre und simulieren zusammen mit ein paar hundert Menschen zufälliger Laufkundschaft “Olympia-Begeisterung” im “Wintersportmekka” München, das immerhin noch eine knappe Stunde von den Alpen entfernt liegt. Zu jedem 60er Spiel kommen 10x mal soviel Zuschauer wie bei einer solchen “müden Auftaktshow”, wie die Stuttgarter Zeitung in ihrem Beitrag “Manchem stinkt das Feuer” treffend karikierte.
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Olympia: Bürgerferne Arroganz und Udes Zahlengaukelei

Montag, April 19th, 2010

Bürgerferne Arroganz, Intransparenz und Greenwashing sind die Markenzeichen der Olympia-Bewerbung München 2018. Die Desinformationspolitik der Bewerbergesellschaft erreicht zur Zeit ungeahnte Höhen. Die Pannenserie für München 2018 reißt nicht ab, die Töne der verantwortlich Handelnden werden dafür immer schriller und irrationaler. Es mangelt vollständig an Transparenz und offener Kommunikation
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Nolympia2018: Umweltkonzept gescheitert / Bogners Märchenstunde

Sonntag, März 21st, 2010

Nachtrag 22.03.2010 14:51 Uhr
Die Bewerbungsgesellschaft beurlaubt ihren Geschäftsführer Richard Adam mit sofortiger Wirkung. Dies war bereits seit längerer Zeit absehbar. Ich hatte letzten Herbst ausführlich Gelegenheit offen mit Adam über meine Skepsis bezüglich der Bewerbung zu sprechen, die Frustration über die internen Entwicklungen und Grabenkämpfe war bei ihm damals bereits erkennbar. Im Vergleich zu Willy Bogner war – mit Verlaub – bei Adam aber immerhin erkennbar, dass er sich substantiell mit der Materie beschäftigt hatte. Man darf von einem Bewerbungschef schon erwarten dürfen, dass er die eigenen Zahlen kennt und bewerten kann. (siehe Blogeintrag unten)

Blogeintrag 21.03.2010
Die Widerstände und Skepsis gegenüber der Bewerbung von München, Garmisch, Oberammergau und Schönau für die Olympischen Winterspiele 2018 seien lediglich ein Medienprodukt, verbreitete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude kurz vor Beginn der Spiele in Vancouver in einem Interview mit der taz.
Dieses Medienprodukt traf sich zum ersten Bürgerforum in Garmisch am 9. März. Rund 200 kritische Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde waren anwesend. Eine weitere Veranstaltung des Nolympia-Netzwerks mit Salzburgs (erfolgreichem) Olympia-Gegner und Finanzexperten Willi Rehberg fand in Berchtesgaden statt.

Es zeichnet sich ab, dass aus den Reihen der Garmischer Bürgerschaft ein Bürgerbegehren für Herbst/Winter angestrebt wird.
Dies ist der einzig richtige Weg: Die Bürgerinnen und Bürger müssen bei einer so weitreichenden Entscheidung selbst beteiligt werden. Nur so erreichen wir abseits der Propaganda eine ausgewogene und kritische Diskussion.

Mindestens genauso gravierend sind aber weitere Entwicklungen der letzten Zeit. Zum einen: Das von DOSB-Generalsekretär Michael Vesper vollmundig als „grünes Erbe“ angekündigte Biosphärenreservat kommt nicht.
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Olympia: Schluss mit dem Greenwashing!

Samstag, Januar 9th, 2010

„Wer global denkt, muss für München“ sein – mit diesem Holzhammerargument wirbt zum Auftakt des neuen Jahres DOSB-Generalsekretär Michael Vesper im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 9. Januar 2010 für die Bewerbung von Garmisch, Oberammergau, München und Berchtesgaden (so müsste nämlich angesichts der beabsichtigten Austragungen und bevorstehenden Eingriffe/Risiken die richtige Reihenfolge lauten) für Olympia 2018. Der „Grünen-Politiker“ will Kritiker vom „ökologischen Sinn“ der Bewerbung überzeugen, ist weiter zu lesen.
Vesper wirft den KritikerInnen der Bewerbung vor, dass diese auf „selbst gebastelte Pappkameraden eindreschen“ würden und spricht ihnen somit die Argumentationsfähigkeit ab.
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Über mich

Ich bin Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern und schreibe über meine politische Arbeit, meine Gedanken zum politischen und gesellschaftliche Geschehen mit dem festen Willen abseits des politischen Mainstreams sich die Freiheit zu nehmen, auch mal quer zu denken. (mehr)

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